Sonntag, 19. Oktober 2008

Testbericht: Star Wars - The Force Unleashed (PS3)

Schon Monate vor dem Release geisterten Trailer im Netz herum, in denen man die atemberaubende Rasanz und die tolle Physikengine von Lucas Arts neuester Star Wars Lizenz 'The Force Unleashed' bestaunen konnte. Die Trailer waren so gut gemacht, dass sie direkt Lust auf das Spiel machten, denn eins ist klar: LA hat erkannt, dass inflationär auf den Markt geworfene SW-Titel nur die Kunden vergrätzen, da hier in den letzten Jahren die Lizenz, nicht aber das Spielerlebnis im Vordergrund stand, am besten veranschaulicht durch das schrecklich mittelmäßige 'Empire at War'.


Die Story
----------
Dort, wo eine Geschichte in einem SW-Spiel auch wirklich erzählt wurde, hat LA schon immer überzeugt (v.a. in dem RPG 'Knights of the old Republic') und so verhält es sich auch in 'The Force Unleashed'. Das Spiel schlägt die Brücke zwischen den Ereignissen aus Episode III & IV und klärt während der Kampagne bis dato noch nicht behandelte Ereignisse rund um die Rebellen-Allianz, das Schicksal überlebender Jedi nach Order 66 und das Imperium.

Jeder SW-Fan wird hier also bedient und auch all diejenigen, die mit dieser Franchise ansonsten nicht viel am Hut haben, werden durch die Geschichte um Pläne, Gegenpläne und Intrigen überzeugt sein. Denn als Schüler Darth Vaders gehört der Verrat unter Sith natürlich dazu. Die Zwischensequenzen sind zudem voller Wendungen, bis die Story schließlich in ein großes und würdiges Finale mündet.

Story: 8/10


Das Gameplay
-------------
Dies dürfte der Aspekt sein, auf den die meisten gespannt waren. TFU entpuppt sich hier als würdiger Nachfolger der Jedi-Knight-Serie. Als dunkler Sith wandert man durch leider zu lineare Level und pustet mit dem Machtschub Sturmtruppen, Rodianer und Droiden hinweg, lässt ausgewachsene Rancors den Machtblitz spüren und wirbelt mit ansehnlich designten Laserschwert-Kombos durch vielfältige Schauplätze.

Das macht alles enorm viel Spaß und das Geheimnis des Erfolgs liegt ganz eindeutig in der fabelhaften Physik-Engine. Da werden Türen mit der Macht aufgesprengt, Stahlträger verbogen, Turbinen aufgeladen und Objekte mithilfe des Machtgriffs gegen Gegnerscharen geschleudert, ja sogar einzelne Gegner winden sich hilflos im Griff, um im nächsten Moment auf ihre ballistischen Eigenschaften getestet zu werden. Und mal ehrlich: Wenn man einen ausgewachsenen Sternenzerstörer vom Himmel holt oder man einen Träger im richtigen Moment gegen einen heranstürmenden TIE-Fighter schleudert und diesen damit zur Explosion bringt, fühlt man sich für einen Moment zumindest teilweise als Jedi, einfach weil die ganze Umwelt auf die Macht des Spielers reagiert.

Besonders hervorheben möchte ich auch die Bosskämpfe gen Ende eines jeden Kapitels. Diese sind erfrischend schwierig gestaltet worden, zumindest so lange, bis man die richtige Strategie für den jeweiligen Boss herausgefunden hat und münden in ein aufwendig gestaltete und epische Zwischensequenz, in der im richtigen Augenblick eine bestimmte Tastenkombination gedrückt werden muss. Dies gilt übrigens auch für größere Gegner wie AT-ATs, AT-STs, Rancors und diverse große Droiden.

Einen kleinen Abzug in der Wertung gibt es nur für die zu linearen Levels, in denen man aber schwer erreichbare Jedi-Holocrons einsammeln kann, um dieses Wissen umgehend in neue Kombos, Kräfte und Eigenschaften wie Stärke oder Machtregeneration zu reinvestieren.

Gameplay 9,5/10


Grafik, Sound & Spielzeit
--------------------------
Auch bei der technischen Verpackung überzeugt TFU. Schön konsequent hat man sich an die schon klassischen sterilen Korridore in Schiffen, Basen und Fabriken gehalten. Desweiteren bereist man einen eindrucksvollen Schrottplaneten, sowie das Innenleben (!) eines Sartaac. Durch die Rasanz der Moves und Machtkräfte überträgt sich das SW-Feeling direkt auf den Spieler, auch wenn man in TFU nicht die ganz hochauflösenden Texturen aus 'GTA IV' oder die tollen Wassereffekte aus 'Uncharted' antrifft. Man hätte sicher grafisch noch mehr aus der PS3 rausholen können, aber das Ergebnis überzeugt dennoch. Gerade die Mimik und Gesichter sind ansprechend geworden, kommen aber immer noch nicht ganz an das in dieser Hinsicht noch unübertroffene 'Heavenly Sword' heran.

Musik und Sound sind wie bei jedem SW-Titel wieder mal stark. Nicht, weil hier neue Kreationen zum Tragen kommen, sondern weil immer noch auf den John Williams Soundtrack gebaut wird. Das ist zwar einerseits wenig originell, andererseits aber eine Fahrt auf sicherer Schiene, auch wenn TFU nicht an eine Musik aus Kotor herankommt. Für eine Genre-Referenz wie 'Devil May Cry 4', reicht es dennoch in akustischer Hinsicht. Vor allem wegen der tollen Soundeffekte in Sachen Detonationen, Machtkräfte und dem klassischen Summen der Lichtschwerter.

Eine berechtigte Kritik muss TFU allerdings in Sachen Spielzeit einstecken. Mit etwa 8-10 Stunden ist der Titel einfach zu kurz, die Geschichte zu schnell vorbei, auch wenn der Schwierigkeitsgrad schon auf dem mittleren "Sith-Krieger"-Grad sich an einzelnen Stellen als sehr knackig erweist. Zum erneuten Durchspielen reizt neben der Herausforderung in einem höheren Schwierigkeitsgrad noch ein alternatives Ende. Der fehlende Online-Modus kommt hier noch erschwerend hinzu.


Grafik 7/10
Sound 9/10
Spielzeit 5,5/10


Fazit
-----
TFU bekommt am Ende doch noch ein klares sehr gut, einfach weil das Spiel durch die Physik, die Story und das Jedi-Gefühl länger Spaß macht, als es dauert. Ich habe direkt einen zweiten Durchgang gestartet, der mich immer noch fesselt. Es gibt daher ein klares Empfehlenswert, angesichts der Spielzeit aber eher zu einem reduzierterem Preis um die 55 Euro.

Spielspaß 9/10

2 Kommentare:

Flo hat gesagt…

War überraschend unterhaltsam, verliert aber nach den ersten paar Levels etwas an Reiz. Schmerzlich vermisst wurde eine Multiplayer Option.

Usul hat gesagt…

Jep, der MP fehlt massiv. Schade, hätte die Wiederspielbarkeit sicher erhöht.