War es nun der hübsche Banner auf Steam der mich zu diesem Impulskauf bewegt hat oder vielleicht doch die Suche nach einer entspannenden Ablenkung von "The Witcher"?Das nette Artwork hat sicherlich seinen Teil dazu beigetragen, aber der cleveren Idee, ein Diablo mit Aufbaustrategie zu kreuzen und daraus ein leicht verdauliches aber suchterzeugendes Indie-Game zu machen, konnte ich dann doch nicht widerstehen.
Hinterland startet mit der "Erschaffung" eines Helden, die sich aber nur auf die Auswahl einiger Startparameter (getarnt als Hintergrundgeschichte) und die Namensgebung beschränkt. Danach dürfen noch ein paar Knöpfe für Größe und Schwierigkeit der zufallsgenerierten Spielwelt gedrückt werden und das wars dann auch schon mit den Vorbereitungen.
Als Vorstand einer Provinzgemeinde gilt es in erster Linie das Wachstum zu fördern. Das Spiel schickt einem dazu Besucher ins Dorf, denen man für Bares ein Haus bauen darf in dem sie dann ihrem, für die Gemeinde nützlichem Handwerk nachgehen können. Ein Jäger erhöht beispielsweise die Nahrungsproduktion, ein Schmied produziert Ausrüstung und ein Gasthaus bietet Platz für mehre Besucher und bringt Geld in die Kasse. Je nach Ansehen und Komfort der Gemeinde finden immer hochwertigere Besucher den Weg ins Hinterland - so kommt schon mal ein mächtiger Necromancer ins Gasthaus, der dann aber bitteschön auch einen Tempel des Bösen vorfinden will bevor er sich dauerhaft niederlässt.
So weit, so gut aber was wäre das Fantasy-Leben ohne abenteurliche Streifzüge durch die Wildnis? In Hinterland ist die eigentliche Siegesbedingung, alle umliegenden Gebiete von Monstern zu befreien. Nebenbei bringt das noch wertvolles (oft kritisches) Material, das daheim im Dorf Verwendung findet wie z.B. Items mit denen die Dorfbewohner ihre Aufgaben besser erfüllen oder ganz einfach nur Gold und Nahrung. Manchmal stößt man auch auf besondere Ressourcen wie ein Kräuterfeld, was wiederum Voraussetzung für die Ansiedlung besonderer Fachkräfte (im Beispiel: Heiler) ist.
Gefährliche Bereiche, wie etwa ein Monster-Aussenposten, sollte man nicht allein sondern mit den Kameraden aus dem Dorf angehen. Die darf man nämlich per Knopfdruck aus ihrer Schmiede, Farm, etc. in die eigene Party abkommandieren. Leider können die Dörfler nicht direkt gesteuert, sondern lediglich mit Items und Ausrüstung versorgt werden (leveln dürfen die aber natürlich auch). Dafür verhalten sie sich aber recht ordendlich: So bleibt beispielsweise ein Priester im Hintergrund und konzentriert sich auf Heilzauber während die Nahkämpfer an der Front stehen. Tränke werden, sofern vorhanden, einfach und effektiv per Knopfdruck auf die richtigen Partymitglieder angwendet. Aber Vorsicht: ein getöteter Mitstreiter kommt nicht zurück- da hilft es dann nur dessen Haus abzureissen und zu hoffen, dass bald Ersatz eintrifft. Der eigene Held wird zwar im Notfall wiederbelebt, aber durch sein Ableben verliert das Dorf wertvolles Ansehen, das man sich durch die Eroberung wilder Gebiete oder Erfüllung eines königlichen Auftrags zurückholen muss.
Nüchtern betrachtet bietet kein Element von Hinterland besondere Innovationen oder teure Effekthascherei. Das Endprodukt ist aber, wie so oft, viel mehr als die Summe der Einzelteile, denn Hinterland schafft es mit einem recht einfachem Aufbausystem und simplem Leveling ohne große Statistiken den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Egal ob man ein Freund von Hack n' Slay oder leichterer Strategie Kost ist, mit Hinterland wird man sich so manche Nacht um die Ohren hauen.
8/10
Info: Hinterland ist momentan exklusiv auf Steam zum Preis von 24 $ (inkl. VAT) erhältlich. Die Entwickler haben bereits einen ersten Patch veröffentlicht und planen weitere Content-Updates.
Systemanforderungen: 1.8 Ghz CPU, 512 MB Ram, 350 MB HD, 64MB DirectX 8.1 Grafik


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