Montag, 28. Juli 2008

Testbericht: Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift

They told me my pommel wasn’t fluffy enough

Wer sich intensiv mit dem ‘original’ Final Fantasy Tactics auf der PS1 bzw. der PSP auseinandergesetzt hat und auch einen GBA besitzt, wird bei dem Namen Final Fantasy Tactics Advance vermutlich die Nase rümpfen – obwohl das Spiel durchaus seine Fans gewinnen konnte, ist es den meisten doch mit einer praktisch nicht vorhandenen Story und einem endlosen ‚Sauhaufen’ an pausenlos wiederkehrenden Sidequests in Erinnerung geblieben. Man muss leider sagen dass sich an diesem Spielprinzip in FFTA 2 nicht allzu viel geändert hat, und obwohl ich mit denselben Vorurteilen an das Spiel herangegangen bin, war ich doch etwas überrascht, da ich jetzt doch schon ca. 60 Stunden auf dem Buckel habe. Das mag einerseits an der etwas ausgeprägteren Klassen- und Rassenvielfalt liegen, vielleicht auch an der besseren technischen Präsentation, ich weiss es nicht. Ich kann nur sagen dass mich dennoch irgendetwas am Spielen hält, obwohl das ganze etwas monoton gestaltet ist.

Storymässig gibt es hier nicht viel zu sagen, denn die Geschichte ist mehr oder weniger identisch mit dem Vorgänger auf dem GBA. Genau wie im Vorgänger findet man ein seltsames Buch und wird per Zauberhand in die magische Welt von Ivalice (siehe auch FFT: War of the Lions/PSP oder FFXII/PS2) geworfen und muss nun versuchen, irgendwie wieder nach Hause zu kommen. Genau wie im Vorgänger schliesst sich der Held einem Clan an – genaugenommen nichts anderes als ein bunter Haufen von Söldnern – mit dem er fortan diverse Aufträge, die man in Pubs annehmen kann, erledigt. Für erledigte Aufträge bekommt man diversen Loot, den man dann in gewissen Kombinationen im Shop für neue Items eintauschen kann. Diese braucht man, um die diversen Class Skills freizuschalten, die sich wiederum durch Ability Points, die man auch für diese Aufträge bekommt, meistern lassen. Und so weiter und so fort. Das ganze wird mit einer etwas hahnebüchernen Story um ein gemeines Verbrechersyndikat, das man bekämpfen muss, abgerundet. Kurz, man muss auf dem Weg nach Hause wiedermal die Welt retten, alles schonmal dagewesen. Von den 20 Story Missions kann das Spiel eindeutig nicht leben.

Der Reiz des Spieles liegt klarerweise darin, verschiedene Klassenkombinationen auszuprobieren, mit denen das Monster schlachten dann dementsprechend schneller abläuft. Da man diverse Items benötigt, um die Klassenfähigkeiten überhaupt zu bekommen, bleibt einem nichts anderes übrig als möglichst viele Aufträge zu erledigen, um an den benötigten Loot zu kommen und diesen dann in den Shops zu verscherbeln. Wenn man sich gerne mit diversen Character Builds auseinandersetzt, hat man einiges zu tun, denn bei 7 Rassen mit ungefähr 20 bis 30 verschiedenen Klassen gibt es eine Unmenge an Kombinationsmöglichkeiten. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber ähnlich den Vorgängern gibt es auch hier wieder eine Art ‚Deep Dungeon’, in dem/denen man sich als erfahrener Spieler dann auch austoben kann, da hier der Schwierigkeitsgrad verglichen mit dem Hauptspiel sehr knackig ausgefallen ist.

Wie auch in den Vorgängern handelt es sich hier um ein rundenbasiertes Vergnügen, wie in FFTA auf dem GBA sind auch wieder die sgn. Judges mit von der Partie, die für jedes Battle gewisse Regeln festlegen. Im Gegensatz zum Vorgänger ist es hier jedoch nicht unbedingt notwendig, diese Regeln zu beachten, da diejenigen, die die Regeln gebrochen haben, nicht mehr sofort aus dem Spiel entfernt werden, was bei manchmal sehr ausgefallenen und beinahe unerfüllbaren Regeln, die man gar nicht einhalten kann, oft vorteilhaft sein kann. Ein grosser Teil der Klassen aus dem GBA FFTA sind auch wieder dabei, wobei einige Fähigkeiten geändert/abgeschwächt/verstärkt wurden. Sonst wurde der Grundinhalt vom Vorgänger beibehalten.

Grob gesagt lässt sich das Spiel wie folgt zusammenfassen: eine etwas umfangreichere, interessantere Erweiterung vom Vorgänger auf dem Gameboy Advance. Wer die Geduld aufbringt, sich durch die 400 Missions zu kauen, wird sicher eine Weile damit beschäftigt sein. Wer eine gute Story sucht, sollte es bleiben lassen. Die spielt hier nur die zweite, vielleicht sogar dritte oder vierte Geige. Technisch ist das Spiel einwandfrei präsentiert, wobei zeitweise unangenehm auffällt, dass die AI vermutlich für einen Taschenrechner ausgelegt wurde, da sie oft bei offensichtlich einfachen Zügen mehrere Sekunden ‚nachdenken’ muss, und obwohl sie ab und an grenzgeniale Dinge vollbringt, kann sie im nächsten Zug schonwieder intelligenzmässig in der Nähe eines Stücks Baumrinde herumkrebsen. Es ist einfach hochgradig verwirrend. Ansonsten keineswegs ein schlechtes Spiel, aber es hat so seine Macken. Am Umfang gibt es jedenfalls nichts auszusetzen. Im Gegensatz zu War of the Lions eventuell auch für Einsteiger geeignet. Gastauftritte von Charakteren aus anderen SquareEnix Spielen mitinbegriffen.


7/10

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