Mittwoch, 9. Januar 2008

Test: Rainbow Six: Vegas

Actionreicher Ableger der Rainbow Six-Reihe

Da der Nachfolger von 'Rainbow Six: Vegas' dieser Tage desöfteren vorgestellt und besprochen wird, nehme ich an dieser Stelle mal den Erstling unter die Lupe.
Die Rainbow Six-Reihe, lose auf den Romanen von Autor Tom Clancy basierend, hat schon diverse Teile auf dem Buckel. Spiel zum Film 'Der Anschlag' bzw. dem Buch 'Das Echo aller Furcht' sowie den Ghost Recon-Ablegern inklusive. Mit 'Rainbow Six: Lockdown', dem Vorgänger von Vegas, beschritt man bei Ubisoft einen ziemlich actionlastigen Weg und erntete von vielen Fans diverse schlechte Kritiken. Die Reihe war schließlich Erfinder des Taktikshooters mit all den Finessen - Komplexe Vorausplanung, mehrere Teams usw. Vegas lässt dies genauso wie 'Rainbow Six: Lockdown' unter den Tisch fallen, wartet dafür aber trotzdem als klasse Shooter auf.

Dasselbe also auch für Vegas, obwohl eigentlich alles vielfach besser ist: Story, Grafik, Spielgefühl und was sonst noch dazugehört. Statt Vorausplanung geht es direkt in den Einsatz inmitten der Metropole Vegas, nachdem einem die Terroristin Irina in Mexiko entkam. Vielen mag dieses actionartige Spiel nicht behagen. Ähnlich wie in der 'Call of Duty'-Reihe steckt der Spieler eine Menge ein und muss sich dann nur für einige Augenblicke in Sicherheit bringen, bis es dann weitergeht. Auch ist das Kommando der zwei begleitenden Kämpfer denkbar einfach: Man kann nur noch zwischen einem Schleich- und Angriffsmodus wechseln. Bei ersterem wird, wie leicht denkbar, nicht sofort attackiert. Ein meiner Meinung nach deutliches Manko ist auch der Umstand, dass man beide Teammitglieder nicht separat voneinander, sondern beide immer miteinander losschickt. Das geschieht dafür denkbar einfach mit einem Knopfdruck in die Richtung, in der das Fadenkreuz zeigt und ist designtechnisch auch meist immer passend. Denn in Vegas herrscht Krieg.

Zu dritt bekommt man es mit großen Gegnergruppen zu tun, womit auch der besonders spaßige Teil des Spiels beginnt. Durch die wunderbar schöne Möglichkeit der Deckungsfunktion, mit der man sich an Wände anschmiegen kann, findet man Schutz vor dem Kugelhagel und kann blindlings nach oben oder um die Ecken feuern. In Anbetracht der wunderschönen Grafik und dem Ambiente (luxuriöse Casinos, in denen Glas splittert und Automaten durchlöchert werden - was will man mehr?) eine echte Augenweide.
Die KI der Gegner und eigenen Mannen ist dabei immer gut. Natürlich gibt es auch mal gelegentliche Aussetzer, aber man ist meist immer auf seine Begleiter angewiesen und kann die Level gut ausnutzen, um die Gegner beispielsweise einzukreisen oder von zwei Stockwerken heraus zu attackieren. Was eingeschworene Fans der Reihe hier bemängeln, funktioniert in Vegas dank der einfach zu handhabenden Kommandos prima und wesentlich fixer und unkomplizierter als beispielsweise in 'Ghost Recon: Advanced Warfighter'. Auch die Lernkurve ist dabei erstaunlich gut.

Die Geschichte aus der Einzelspielerkampagne verläuft dann weiterhin spannend, auch wenn man wenig neues geboten kriegt. Die Terroristen sind leider einfache Stereotypen. Auch wenn das von mir vielleicht etwas zu weit gedacht ist, doch mit dem Angriff auf Las Vegas, der "Sündenstadt", hätten die Entwickler hier sogar das Zeug gehabt der Sache hier ein wenig mehr zeitgenössischen und politischen Anstrich zu geben.
Bestreiten kann man das ganze in zwei Schwierigkeitsgraden: 'Normal' und 'realistisch'. Bei letzterem sind wir deutlich anfälliger für Kugeln, was angesichts manch knackiger Passagen im normalen Modus für Profis eine gute Herausforderung darstellen sollte.

Multiplayertechnisch macht 'Rainbow Six: Vegas' auch eine Menge Laune. Hier steuert man nur seine eigene Figur und kann sich in bekannten Spielmodi wie Deathmatch bzw. Team Deathmatch auf die Birne hauen. Viel interessanter ist aber der kooperative Spielmodus indem man gemeinsam Terroristen fertigmachen kann. Doch egal wie: Dank der Deckungsmöglichkeiten und dem großen Waffenarsenal macht das Spiel in jedem Fall Mordsgaudi. Da ist es richtig schade das Vegas leider nur sehr wenig Maps bietet.

Fazit:
Ein komplexer Taktikshooter ist Vegas beileibe nicht. Man kann das gute Stück wohl eher als actionreiches Festgelage mit taktischen Elementen beschreiben. Und genau als das funktioniert Vegas prächtig. Damit spielt das gute Stück in derselben Riege wie z.B. das kürzlich erschienene 'Call of Duty 4: Modern Warfare'. Leider ist das Spiel so schön das die Kürze der Kampagne (+ Cliffhanger) und die wenigen Maps für den Multiplayerbereich wie eine Folter seitens der Entwickler wirken. Doch Teil 2 kommt ja bald...

9/10

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