Dienstag, 15. Juli 2008

Die Mass Effect-Analyse - Teil 1

Zur Zeit spiele ich Mass Effect. Für die einen ist es ein atmosphärischeres Action-Rollenspiel, während andere die Tugenden des Neo-Klassikers von BioWare verraten sehen. Nun könnte ich das unter anderem in einem obligatorischen Test untersuchen. Stattdessen aber kam mir die Idee meine Spielfortschritte in einer kurzen Reihe von Beiträgen zu erläutern und so meine Stimmungsschwankungen festzuhalten. Mit irgendwas muss man so einen Blog ja vollkriegen. ;) Oh, und natürlich ist auch hier eine gewisse Vorsicht vor Spoilern geboten!

Was ist Mass Effect eigentlich? Ein weiteres Sci-Fi-Actionrollenspiel in einer selbst erdachten Welt, orientiert am "Nerdtum" der 80er Jahre. In seiner Vorschauphase wurde das Spiel mancherorts auch "liebevoll" als Unreal 2.2 betitelt. Auffallend ist, dass eben BioWare hinter dem Titel steckt, die nicht weniger als die Klassiker-Reihe Baldur's Gate hervorgebracht haben und u.a mit Star Wars: Knights of the Old Republic einen weiteren hochkarätigen Titel schufen. Hmja, und letzteres spielt eine ziemlich bedeutende Rolle bei unserer kleinen Analyse. Trotz moderner Unreal 3-Engine und schicken Animationen fühle ich mich eben an letzteren Titel unentwegt erinnert.
Mass Effect beginnt mit einem schicken Einführungsintro auf der Normandy, dem kleinen aber feinen Raumschiff mit dem wir als Menschen des sogenannten Allianz-Militärs gerade auf dem Weg zu einer Mission auf Eden Prime sind, die den Prolog darstellt. Zwar wirkt alles ein bisschen pseudocool gemacht wenn unser Hauptcharakter Commander Shepard (meiner ist männlich und trägt den schwungvollen Vornamen Lawrence) natürlich so entlanggeht das er seine Kollegen immer ein wenig anrempelt, doch sind die Animationen spitze und sofort taucht cinematisches Flair auf. Die ganzen Vokabeln des ME-Universums müssen da erstmal getrost aufgenommen und später im sogenannten Kodex (Übersetzung?!) nachgelesen werden - einer Enzyklopädie, die sogar von einer netten Dame vertont wurde. Das fällt übrigens gleich sehr positiv auf: In ME ist wirklich richtig viel vertont und die Sprecher sind auch allesamt sehr gut geraten. Stimmung: Gut, ich will mehr!

Nach einer mysteriösen Videobotschaft wird Lawrence gemeinsam mit zwei Kollegen (einer davon ist das spätere Gruppenmitglied Kaiden) hinunter geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Keine große Überraschung ist, dass wir natürlich auch gleich in den Hinterhalt geraten, unser einer Halbstatisten-Kamerad niedergemäht wird und wir auch die gut aussehende Ashleey aus dem Video treffen. Uh, nicht schon wieder so eine unnahbare Kampflesbe! Doch sie ist nützlich und wird mitgenommen.
Die Umgebung ist schick und wirkt weniger eingeschränkt als in KotOR. Auch läuft das Spiel auf meinem X2 mit höheren Details sehr flüssig. Trotzdem prüfe ich immer wieder die Grafik- und Steuerungseinstellungen. Erstere, weil mir zwar der Körnigkeitseffekt gefällt jedoch die Lichter so komisch verpixelt aussehen. Und die Steuerung, weil die Tastarbelegung erstaunlich weitläufig und erstmal genauso wenig aussagekräftig ist wie die einzelnen Bildschirme und meine Maus trotz hoch eingesteller Empfindlichkeit träger als in jedem anderen Spiel ist. Besonders bei dem neuen Kampfsystem muss man sich da erstmal eingewöhnen. Shootermäßig kann man rumballern, aber wie damals zu BG-Zeiten auch noch eine Pause aktivieren. Zu Anfang ballere ich noch hektisch herum, da die Gewöhnung schwerfällt. Ebenfalls nervig ist, dass man die Pause-Taste zwar festhalten muss, aber beim Deckung nehmen nur ein Tastendruck für die Automatisierung reicht. Ah, ich habe zuvor Vegas 2 gespielt! Kann man sich denn nichtmal auf einen Standard einigen?
In diesen Augenblicken ist die Stimmmung gedämpft. Bedienung überfordert im Moment noch irgendwie, das Rumprobieren nimmt der Sache die Spannung.

Ein paar inhaltliche Verwicklungen und Geschehnisse später betreten wir mitsamt Crew und unserem Vorgesetzten Captain Anderson die Citadel Station, um dort beim Rat Anklage gegen Saren zu erheben. Der ist ein turianischer Spectre. Okay, auch das musste erstmal nachgelesen werden. Anyway, um eine lange Geschichte kurz zu erzählen: Wir müssen Beweise für die dunklen Verwicklungen Sarens finden. Dazu streifen wir durch die Citadel, erfüllen hier und da Nebenquests und verfolgen die Spur eines gewissen Verbrecherbosses der auf der Citadel umherstreift. Parallele erkannt? Genau, KotoR! Ähnlich wie damals Taris der erste Punkt der etwas freieren Erkundung war, ist es nun also die Citadel. Dabei wirkt das Ganze wesentlich unharmonischer: Trotz wesentlich mehr Lebendigkeit als bspw. in Oblivion, guten Sprechern und kleinen, aber feinen Quests wirkt diese Verbrechergeschichte zu aufgesetzt. Ein Eintauchen in die Schmuddelwelt wie damals in Star Wars gibts hier quasi nicht und alles wird schnell abgehandelt. Auch treffen wir gleich auf drei neue Partymitglieder die ziemlich erklärungslos aufeinmal zu unserer wachsenden Mannschaft gehören. Für eine Maximalbegrenzung der aktuellen 3 Mann-Party geht das alles ein bisschen zu schnell. Ebenfalls negativ auffallend sind die Kreaturen des ME-Universums. So wirken wirklich nur die Turianer und Asari wirklich interessant. Den Rest kennt man schon irgendwoher. Und auch hat man immer wieder das Gefühl als hätten die Designer etwas besonders exotisches erfinden müssen damit man eben auch etwas besonders auffallendes drinnehat. Na ja, das Zauberwort Harmonie trifft da nicht gerade zu. Ebenso werden interessante Handlungspunkte erstmal nur angerissen, jedoch nicht in dem Maße das man die Spannung aufrecht erhalten würde, sondern eher etwas unbefriedigt zurückbleibt. Was ist nun z.B. mit dem Shadow Broker? Dieser Kerl weiß doch etwas über Saren wurde uns gesagt. Warum verfolgen wir dessen Spur nichtmal genauer? Aber okay, kann ja alles noch kommen.
Ich bin also skeptischer geworden. Habe mich mit der Bedienung und auch der Welt eingefummelt. Da ich jedoch mit den vielen "technischen" Erklärungen wenig anfangen kann und das auch nicht mein Geschmack trifft, müsste mich der Rest überzeugen. Tut es aber nicht.

Zu guter letzt werde ich selbst zu einem Spectre ernannt, jener Rang den auch Saren hat und sowas wie ein Superagent mit allen Befugnissen ist. Dazu gibts ein Schiff, mehrere Spuren und die Verfolgungen auf 3 Planeten kann losgehen. Im Handlungsaufbau ist das auch wieder sehr KotoR-ähnlich als es damals darum ging die Karten für die Sternenschmiede zu finden. Trotzdem herrscht Aufbruchsstimmung, denn endlich kann die langweilige Citadel verlassen werden. Nachdem ich mich auf dem Schiff umgesehen und mit einzelnen Crew-Mitgliedern wie Joker oder dem Navigator vertraut gemacht habe, steuern wie Feros an. Dort sollen Kolonisten einen Hilferuf gesendet haben. Passt also. Und da geht's beim nächsten Bericht auch weiter.

2 Kommentare:

Flo hat gesagt…

Von mir bekam es 9/10 auf der Xbox 360, nicht zuletzt wegen der einfach grandios guten und frischen Sci Fi Story.

Flo hat gesagt…

...und die Enzyklopädie mit den gesamten Hintergründen hat es mir auch angetan. Hilft einem noch besser in die Welt einzutauchen.